Google Business Profile Betrug: So erkennen Sie Fake-Anrufe

Immer mehr lokale Unternehmen werden Opfer einer perfiden Betrugsmasche rund um Google Business Profile. Betrüger geben sich am Telefon als Google-Mitarbeiter aus und fordern zur sofortigen Verifizierung oder Verlängerung des Profils auf. Wer nicht reagiert, dem drohe die Löschung – so das Skript. Was steckt dahinter, und kann man sich vor diesem Trick schützen?

Wie funktioniert der Betrug mit dem Google Business Profile?

Die Masche ist einfach – aber effektiv. Betrüger rufen lokale Unternehmen an und geben sich als Mitarbeiter von Google oder einer angeblichen „Google Business Profile Abteilung“ aus. Der Ton ist freundlich, aber bestimmt. Das Ziel: Vertrauen schaffen und gleichzeitig Druck ausüben.

Die Argumente klingen harmlos, wirken auf Laien jedoch bedrohlich:

  • Das Google Business Profil sei bald abgelaufen.
  • Es müsse dringend verifiziert oder verlängert werden.
  • Andernfalls werde es aus den Suchergebnissen entfernt.

Gleichzeitig bauen die Betrüger enormen Zeitdruck auf: „Sie müssen jetzt sofort handeln“, heißt es oft. Dadurch bleibt kaum Raum für Nachfragen oder Rückversicherung.

Die Wahrheit:
Google Business Profile ist dauerhaft kostenlos. Es gibt keine Fristen, keine Verlängerungsgebühren und keine telefonische Kontaktaufnahme. Jegliche Kommunikation erfolgt ausschließlich per E-Mail über den offiziellen Google-Account.

Wenn angebliche Google-Anrufe Ihr Business-Profil bedrohen

Wer ist besonders gefährdet?

Am häufigsten betroffen sind kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht über eine eigene Marketingabteilung verfügen – oder ihre Onlinepräsenzen eher nebenbei pflegen. Häufig wird auf das einmal eingerichtete Profil vertraut, ohne dessen Status oder Zugriffsrechte regelmäßig zu prüfen.

Typische Zielgruppen sind:

  • Zahnärzte und Therapeuten
  • Handwerksbetriebe und Bauunternehmen
  • Einzelhändler und kleine Boutiquen
  • Friseur- und Kosmetiksalons
  • Hochzeitsfotografen und Eventdienstleister
  • Gemeinnützige Organisationen und Vereine

Der gemeinsame Nenner: Diese Unternehmen haben oft nur ein Grundverständnis von Google Business Profile und wissen nicht, wie sich echte von gefälschter Kommunikation unterscheiden lässt. Hinzu kommt: Viele dieser Unternehmer erhalten selten direkte Anfragen von Google – ein Anruf wirkt daher ungewohnt, aber möglich. Genau hier setzen die Täter an.

Was wollen die Betrüger erreichen?

Ziel der Masche ist fast immer ein finanzieller Vorteil – entweder direkt oder durch spätere Manipulationen.

Die häufigsten Taktiken:

Abzocke durch „Verlängerungsgebühren“

Am Telefon wird behauptet, das Google-Profil müsse kostenpflichtig verlängert werden. Beträge von 99 bis über 300 Euro sind üblich. Teilweise werden sogar Abo-Modelle verkauft.

Zugangsdaten erbeuten

In einigen Fällen bitten die Betrüger um Zugang zum Google-Konto oder senden gefälschte Links zur Anmeldung. Damit übernehmen sie das Google Unternehmensprofil und können es im schlimmsten Fall löschen, manipulieren oder für andere Zwecke missbrauchen.

Schein-Optimierungen verkaufen

Es werden „Sichtbarkeitsverbesserungen“ oder „Premium-Listings“ angeboten, die angeblich von Google stammen. Diese haben keinerlei Mehrwert – häufig handelt es sich um generische Dienstleistungen oder einfach nur heiße Luft.

Manipulation von Inhalten

Mit Zugriff auf das Profil lassen sich Öffnungszeiten, Telefonnummern, Webseiten-Links oder sogar Rezensionen ändern. Das kann dem betroffenen Unternehmen massiv schaden – nicht nur finanziell, sondern auch reputativ.

Wenn angebliche Google-Anrufe Ihr Business-Profil bedrohen

Wie können sich Unternehmen vor dem Betrug schützen?

Unternehmen, die ein Google Business Profile nutzen, können mit einigen einfachen Maßnahmen wirksam vorbeugen und sich vor Betrugsversuchen schützen.

1. Aufklärung ernst nehmen

Seriöse Anbieter wie Google rufen niemals an, um Verifizierungen oder Verlängerungen telefonisch zu verlangen. Änderungen am Profil erfolgen ausschließlich über das eigene Google-Konto. Ein gesundes Misstrauen bei unerwarteten Anrufen ist wichtig.

2. Den Verifizierungsstatus regelmäßig prüfen

Ein vollständig eingerichtetes und verifiziertes Profil ist deutlich weniger anfällig für Manipulation oder Angriffe. Es lohnt sich, regelmäßig zu prüfen, ob alle Angaben korrekt und aktuell sind.

3. Zugriffsdaten sicher verwalten

Zugangsdaten zum Google-Konto sollten niemals telefonisch weitergegeben oder über unbekannte Links eingegeben werden. Am besten wird die Anmeldung direkt über business.google.com vorgenommen. Auch die Nutzung von Zwei-Faktor-Authentifizierung wird dringend empfohlen.

4. Kommunikationswege von Google kennen

Google kommuniziert ausschließlich per E-Mail über bekannte Domains (z. B. *@google.com). Echte Nachrichten lassen sich im Business-Konto einsehen. Sobald ein Anruf mit Zeitdruck oder Zahlungsaufforderungen eingeht, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Betrugsversuch.

5. Unterstützung durch Profis in Betracht ziehen

Für Unternehmen, die ihr Profil nicht regelmäßig selbst pflegen möchten, kann es sinnvoll sein, einen erfahrenen Dienstleister mit der Wartung und Überwachung zu beauftragen. Das schützt vor Manipulation und sichert langfristig die Sichtbarkeit im Netz.

Achtung vor falscher Sicherheit

Die Betrugsmasche mit angeblichen Google-Anrufen zeigt, wie leicht sich Unsicherheit im digitalen Raum ausnutzen lässt – insbesondere bei kleinen Unternehmen. Ein professionell verwaltetes Google Business Profile ist nicht nur ein wichtiger Sichtbarkeitsfaktor, sondern auch ein potenzielles Angriffsziel. Umso wichtiger ist es, die gängigen Tricks der Betrüger zu kennen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Wer sich mit den offiziellen Abläufen vertraut macht, wachsam bleibt und bewusst mit sensiblen Daten umgeht, kann sich effektiv schützen – und potenzielle Schäden vermeiden, bevor sie entstehen.

5 Tipps zum Schutz vor Google-Betrugsanrufen

1. Keine Anrufe von Google erwarten:
Google nimmt keinen telefonischen Kontakt zu Business-Profilen auf. Warnsignale ernst nehmen.

2. Keine Daten am Telefon herausgeben:
Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen niemals am Telefon oder über unbekannte Links weitergeben.

3. Profil regelmäßig prüfen:
Business-Profil verifizieren, Angaben aktuell halten, verdächtige Aktivitäten im Konto kontrollieren.

4. Kommunikation überprüfen:
Echte Google-Nachrichten kommen nur per E-Mail – z. B. von *@google.com – oder sind im Konto sichtbar.

5. Unterstützung sichern:
Wer unsicher ist oder wenig Zeit hat, kann Wartung und Sicherheit einem vertrauenswürdigen Dienstleister überlassen.

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